
31. Oktober 2025
„Ostmitteleuropa und die Reformation – Gedanken zum
Reformationstag“
Online-Veranstaltung (Zoom) am 31.10.2025
Den Auftakt der Veranstaltungsreihe von Evropa e. V. bildete ein digitaler Vortrag anlässlich des Reformationstags, der sich den vielschichtigen Verbindungen zwischen Reformation, Kultur und Identität in Ostmitteleuropa widmete. Referent war Tilman Asmus Fischer, Theologe, Autor und Zweiter Vorsitzender des Vereins.
In seinem Vortrag eröffnete Fischer einen differenzierten Blick auf die Reformation als gesamteuropäisches Ereignis, das weit über den deutschen Kontext hinauswirkte. Besonders im östlichen Europa zeigte sich, wie religiöse Reformbewegungen kulturelle Entwicklungen prägten und bis heute nachwirken. Dabei wurde deutlich, dass Fragen von Glauben, Sprache, Identität und politischer Ordnung eng miteinander verflochten waren – und es in vielerlei Hinsicht noch immer sind.
Die anschließende Diskussion bot Raum für weiterführende Fragen und einen lebendigen Austausch unter den Teilnehmenden. Abgerundet wurde der Abend durch ein informelles Treffen in Berlin, das Gelegenheit bot, die Gespräche in persönlicher Atmosphäre fortzusetzen – ein erster Ausdruck dessen, was Evropa e. V. auszeichnet: die Verbindung von inhaltlicher Tiefe und persönlicher Begegnung.

14. November 2025
„Mit Muskelkraft durch Mitteleuropas Geschichte – Eine
Reise in Bildern“
Lichtbildvortrag, Berlin-Steglitz (hybrid)
Die erste öffentliche Präsenzveranstaltung von Evropa e. V. wurde zu einem rundum gelungenen Auftakt: Ein voll besetzter Saal, ein generationenübergreifendes Publikum und eine lebendige Atmosphäre prägten den Abend im Clubhaus der Seniorenresidenz Sophiengarten.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die Vorsitzende Sibylle Dreher, die daran erinnerte, dass „Europa nicht zuerst ein politisches, sondern ein kulturelles und menschliches Projekt ist – getragen von Begegnung und Erinnerung“. In diesem Sinne nahm anschließend Markus Nowak, Geschäftsführer des Vereins, das Publikum mit auf eine außergewöhnliche Reise: eine 1.182 Kilometer lange Radtour quer durch Mitteleuropa.
Von Raab (Győr) über Wien, Klagenfurt, Weiden (Udine) und Primulacco, über Triest und Laibach (Ljubljana) nach Loitsch (Logatec), weiter nach Pettau (Ptuj), Rotenturm an der Raab (Sárvár) und Dreizehnstadt (Trzebnica) – zurück nach Raab (Győr) spannte sich der geografische Bogen – und zugleich ein inhaltlicher: Nowak verband eindrucksvolle Bildimpressionen mit historischen Reflexionen und persönlichen Begegnungen. Im Zentrum stand dabei das kulturelle Erbe Mitteleuropas, insbesondere auch das deutsche Kulturerbe in der Region, als Zeugnis jahrhundertelanger Verflechtungen.
Der Vortrag war gleichermaßen informativ wie inspirierend und eröffnete neue Perspektiven auf Europa als Raum der Bewegung, der Erinnerung und des Austauschs. Auch online verfolgten zahlreiche Teilnehmende die Veranstaltung – ein schönes Beispiel für die verbindende Kraft hybrider Formate.
Beim anschließenden Imbiss klang der Abend in anregenden Gesprächen aus, die bis in die späten Stunden andauerten – ein lebendiger Beweis für das große Interesse und die Offenheit des Publikums.

7. Dezember 2025
„Das Böhmische Dorf in Neukölln – Geschichte,
Identität, Begegnung“
Historischer Spaziergang, Berlin-Neukölln
Mit einem besonderen Format im Stadtraum setzte Evropa e. V. im Dezember einen weiteren Akzent: ein öffentlicher Spaziergang durch das Böhmische Dorf in Berlin-Neukölln – ein Ort, an dem europäische Geschichte auf engstem Raum erfahrbar wird.
Ausgehend vom Richardplatz führte die Veranstaltung in die Anfänge des 18. Jahrhunderts, als böhmische und mährische Glaubensflüchtlinge in Preußen Zuflucht fanden und 1737 in Rixdorf angesiedelt wurden. Ihre Geschichte ist geprägt von Migration, religiöser Identität und dem Aufbau einer neuen Gemeinschaft – Themen, die bis in die Gegenwart hinein von großer Aktualität sind.
Vor Ort wurde deutlich, wie sich diese Geschichte bis heute im Stadtbild widerspiegelt: in den historischen Gebäuden, im Museum und im gesamten Ensemble, das inzwischen unter Denkmalschutz steht. Das Böhmische Dorf wurde so als ein „europäischer Erinnerungsraum im Kleinen“ erfahrbar – als ein Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart begegnen.
Den stimmungsvollen Abschluss bildete der Besuch des Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkts, wo Gespräche bei winterlicher Atmosphäre weitergeführt wurden. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie niedrigschwellige, gemeinschaftsorientierte Formate historische Bildung lebendig machen können – und wie sehr gemeinsame Erfahrungen verbinden.
