
Bella Shirin ist Ehrenmitglied von Evropa e. V. – und weit mehr als das: Sie ist eine lebendige Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart Europas.
Als Nachkommin von Holocaustüberlebenden trägt sie die Erinnerung an die Shoah nicht nur in Erzählungen, sondern in ihrer eigenen Familiengeschichte. Geboren in Kaunas, führte sie ihr Lebensweg nach Israel, bevor sie später in ihre litauische Heimat zurückkehrte. Diese biografische Bewegung zwischen Ländern, Kulturen und Erinnerungsebenen prägt ihren Blick auf Europa bis heute.
Als jüdische Zeitzeugin steht Bella Shirin für eine Generation, die nicht nur bewahrt, sondern weitergibt. Ihre Lebensgeschichte erzählt von Verlust und Neuanfang, von Migration und Zugehörigkeit – und von der Frage, wie Erinnerung in Verantwortung übersetzt werden kann. Gerade in Kaunas, einem Ort mit tiefen historischen Bruchlinien, wird ihr Engagement für Dialog und Verständigung besonders greifbar.

Dominykas Chlebinskas ist Ehrenmitglied von Evropa e. V. und Ehrenbotschafter der Kurischen Nehrung – einem UNESCO-Weltkulturerbe und einer einzigartigen Kulturlandschaft, in der Natur und Geschichte seit Jahrhunderten untrennbar miteinander verwoben sind.
Sein Engagement gilt dem, was man allzu leicht übersieht: der stillen Substanz europäischer Geschichte. Mit großem persönlichen Einsatz widmet er sich dem Erhalt und der behutsamen Restaurierung historischer Gebäude, insbesondere im historischen Memelland. Dabei geht es ihm nicht nur um Architektur, sondern um das Bewahren von Geschichten, Identitäten und gewachsenen Strukturen.
Chlebinskas steht für einen Zugang zur Denkmalpflege, der nicht museal erstarrt ist, sondern lebendig bleibt. Für ihn ist jedes restaurierte Haus mehr als ein Objekt – es ist ein Zeugnis europäischer Geschichte, das in die Gegenwart hineinwirkt. Seine Arbeit verbindet handwerkliche Präzision mit historischem Bewusstsein und einem tiefen Respekt vor dem kulturellen Erbe, das oft über Generationen hinweg gewachsen ist.
